Spielzeiteröffnung am 10. September 2026 mit MACBETH in der Regie von Rieke Süßkow
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Spielzeit 2026/27 im Volkstheater
Nah, wie geht’s?
Im Vorwort zum Spielzeitbuch seiner zweiten Spielzeit als Künstlerischer Direktor stellt Jan Philipp Gloger die Frage: Nah, wie geht’s? Oder: Wie nah geht’s?
Gemeinsam mit dem Publikum begibt sich das Volkstheater nach Antworten auf diese Fragen. Denn: Theater ist eine Kunst der Nähe, die den Ab- und Ausgrenzungen, den gesellschaftlichen Zerreißproben unserer Zeit etwas entgegenzusetzen hat. Die Nähe zwischen Spielenden auf der Bühne und dem Publikum im Saal, das dicht an dicht nebeneinandersitzt. All das sind Erlebnisse, die Auseinandersetzung provozieren und Gemeinschaft bilden.
„Ich freue mich sehr, dass Wien, eine meiner Lieblingsstädte, mich persönlich und künstlerisch so herzlich willkommen geheißen hat. Auch hat unser Start am Volkstheater meine Erwartungen übertroffen,“ sagt Jan Philipp Gloger. „Uns sind großartige Produktionen gelungen, in einer extremen Bandbreite, die nicht nur medial, sondern auch beim Publikum sehr positive Resonanz geweckt haben. Dass wir sogar einen Zuwachs bei den Zuschauer:innen-Zahlen geschafft haben, macht mich sehr stolz. Nach knapp einem Jahr in Wien können wir mit unserem Programm für die nächste Spielzeit nochmal ganz anders auf die Stadt blicken, und das spiegelt sich in dem spannenden Programm der nächsten Spielzeit: Mutig, und immer auf der Suche nach Nähe und Verbindung.“
Das Programm 2026/27 im Volkstheater
Volkstheater-Hausregisseurin Rieke Süßkow eröffnet die neue Spielzeit 2026/27 mit einer Annäherung an große Theaterfiguren: Sie versetzt Shakespeares „Macbeth“ und Lady Macbeth in die Gewaltspirale einer Gaming-Welt (Premiere 10.9.2026). Jan Philipp Gloger kombiniert unter dem Titel „Die Ankunft“ vier von Elfriede Jelinek zwischen 1988 und 2025 verfassten Texte zu einem Theaterabend und nimmt dabei beängstigende Verbindungslinien in den Blick: In einer Zeitreise von den toxischen Ursprungsmythen völkischen Denkens über die Naziverbrechen in Rechnitz, den Terror des NSU in Deutschland bis zum Rechtsruck hierzulande (Premiere 26.9.2026). Weiters inszeniert Gloger die 33 Gesänge von Hans Magnus Enzensbergers „Der Untergang der Titanic“ aus dem Jahr 1977 und thematisiert damit, wie komplex es ist, ein Bild für kriechende Krisen zu finden (Premiere 12.12.2026). Ibsens „Hedda“ wird, weitgeschrieben von der Wiener Autorin Gerhild Steinbuch, inszeniert von Felicitas Brucker („Caché“, 2025), zum Zerrbild von Rollenerwartungen und Abstiegsängsten unserer Zeit (Premiere 21.1.2027). Regisseurin Claudia Bauer inszeniert nach ihren drei Volkstheater-Erfolgsproduktionen („humanistää!“, 2022 / „Malina, 2023 / „Krankheit oder moderne Frauen“, 2025) wieder am Haus und widmet sich erneut genresprengend und hochpräzise einem großen Sprach- und Lebenskünstler der Literaturgeschichte: Daniil Charms. Mit „Jelisaweta Bäm“ bringt sie jene Wirklichkeit auf die Bühne, die wir irrtümlicherweise immer noch „Quatsch“ nennen (Premiere 18.3.2027). Die Gruppe Nesterval verwandelt das gesamte Volkstheater 100 Jahre zurück und lädt zur immersiven Revue „Nestervals 1927“ und lässt die Zeiten, in denen es um nichts Geringeres als die Verteidigung der Demokratie geht, noch einmal auf eine ganz andere Weise spürbar werden (Premiere 8.4.2027). Mit „What if I fall“ bringt die Theaterkünstlerin Lies Pauwels Ensemblemitglieder und Menschen mit psychischem Leiden zusammen. Gemeinsam setzen sie sich mit den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Gegenwart ebenso auseinander wie mit der Biografie von Antonio Vivaldi. Darin zeigt sich das radikal breite Spektrum an Erzählweisen am Volkstheater (Premiere Mai 2027).
Da kaum etwas so verbindet wie gemeinsames Lachen, bildet auch der Humor wieder einen Eckpfeiler im Programm des Volkstheaters: Regisseur Christian Brey kehrt nach seiner Erfolgsproduktion „Komödie mit Banküberfall“ (Wiederaufnahme) ans Volkstheater zurück und zeigt mit der deutschsprachen Erstaufführung „Na gut, dann Action!“ ein Slapstick-Meisterwerk der Mischief Theatre Company (Premiere 14.11.2026). Die österreichische Erstaufführung von Svenja Viola Bungartens Komödie „Der Liebling“ in der Regie von Milena Mönch („Halbe Leben“, 2025) zeigt den wahnwitzigen Machtkampf zweier ziemlich patriarchaler Unternehmerinnen, die mit Menstruationshygiene-Artikeln Wirtschaftsimperien aufgebaut haben (Premiere 12.2.2027).
In der Dunkelkammer bringt Regisseurin Barbara Weber die Uraufführung „Lamento“ der Ausnahmekünstlerin Madame Nielson, der das Volkstheater eine Retrospektive widmet, auf die Bühne (Premiere 22.10.2026). Rieke Süßkow zeigt mit „Das Wiener Volksohr“ das Kondensat des zweijährigen Kunstprojektes des radikalen Zuhörens und einer Suche nach der gegenwärtigen Wiener Seele als installativen und musikalischen Theaterabend (Premiere April 2027).
Das Volkstheater Bezirke beginnt die Spielzeit 2026/27 mit Büchners „Woyzek“ als Monolog eines Vereinsamten in der Regie von Mechthild Harnischmacher („Pettersson und Findus“, 2024 / „Like Lovers Do“, 2025) (Tourneestart 18.9.2026). Die österreichische Erstaufführung „Anthropologie“ stellt virtuellen Machtgelüsten ein virtuelles Nähebedürfnis gegenüber, wenn die Hauptfigur ihre vermeintliche verstorbene Schwester mit Hilfe von KI zum Leben erweckt. Regie: Martina Gredler („The Boys are Kissing“, Wiederaufnahme) (Tourneestart 13.11.2026). Abgründige Machtansprüche, Wortwitz und verwechslungskomödiantischen Winkelzüge menschlicher Schwächen tun sich in Molières „Die Schule der Frauen“ auf, vielschichtig und humoristisch inszeniert vom Regie-Duo Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer (Tourneestart 19.2.2027). Als letzte Inszenierung in den Bezirken zeigt Autor und Regisseur Arman T. Riahi eine Comédienne aus dem Jahr 2026 als „Eine schutzwürdige Person“, die dem Publikum – so die Fortsetzung des Uraufführungstitels – davon erzählt „Wie ich es geschafft habe, mit einem Witz die ganze Welt gegen mich aufzubringen.“ (Tourneestart 9.4.2027).
Weiters findet mit „Die kleine Hexe“ nach dem Roman von Otfried Preußler auch in der neuen Spielzeit 2026/27 wieder ein Familienstück für alle ab 6 Jahren statt. Zu sehen in der Regie von Danielle Fend-Strahm sowohl in der Dunkelkammer als auch auf Tour durch die Bezirke (Premiere 27.9.2026 in der Dunkelkammer).
Wiederaufnahmen
„Fräulein Else“, frei nach Arthur Schnitzler, von Leonie Böhm und Julia Riedler, Regie Leonie Böhm, im Volkstheater
„Komödie mit Banküberfall“ von Henry Lewis, Jonathan Sayer & Henry Shields, Regie Christian Brey, im Volkstheater
„Mythen des Alltags“ eine Kollektiverzählung von Mattias Andresson. Eine gemeinsame Produktion des Volkstheaters mit den Wiener Festwochen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien. Regie Mattias Andresson, im Volkstheater
„Liv, Love, Laugh Strömquist“ von Ada Berger & Liv Strömquist, Regie Anna Marboe, im Volkstheater
Ödipus Tyrann“ von Sophokles, eine Übernahme des Schauspielhaus Zürich, Regie Nicolas Stemann, im Volkstheater
„State of the Union“ von Nick Hornby, Regie Jan Philipp Gloger, im Volkstheater
„The Boys are Kissing“ von Zak Zarafshan, Regie Martina Gredler
„Ukrainomania” nach Joseph Roth, Kooperation mit dem Nationaltheater Maria Zankovetska Lviv, Regie Jan-Christoph Gockel, im Volkstheater
„Fomo – Liebeserklärung an die Angst unserer Zeit“ von Ran Chai Bar-zvi, Regie Ran Chai Bar-zvi, in der Dunkelkammer
„Like Lovers do“ von Sivan Ben Yishai, Regie: Mechthild Harnischmacher, in der Dunkelkammer
„Pettersson und Findus“, Familienstück für alle ab 5 Jahren von Sven Nordqvist, Regie Mechthild Harnischmacher, in der Dunkelkammer
„Prima Facie“ von Suzie Miller, Regie Laura N. Junghanns, in der Dunkelkammer
Das Volkstheater nimmt Nähe ganz wörtlich: Mit „Outreach“ lädt das Volkstheater nicht nur Menschen zu sich ein, sondern kommt auch zu ihnen. Für diese Form der Nähe steht ein umfangreiches Programm an Mitmach-Formaten, das Schulnetzwerk sowie Open House Veranstaltungen mit Workshops, Probenbesuchen, Community-Abenden und vielem mehr.
Das gesamte Programm inkl. Vermittlungsangebote finden Sie im Spielzeitbuch 2026/27 hier zum Durchblättern. Auf Wunsch senden wir Ihnen das Spielzeitbuch gerne auch per Post zu.
Pressefotos der Direktion finden Sie unter diesem Link.
Pressefotos zur heutigen Spielplanpräsentation finden Sie ab 14:00 Uhr unter diesem Link.
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Im Namen des gesamten Volkstheater-Teams freuen wir uns auf eine spannende neue Spielzeit 2026/27 und Ihre zahlreichen Besuche im Volkstheater!
Mit besten Grüßen
Patrizia Büchele und Carolin Obermüller
Das Volkstheater bedankt sich bei seinen Sponsoren WIENER STÄDTISCHE Versicherungen und Arbeiterkammer Wien.