„Frau Gertrudes“ Lebenserinnerungen erstmals auf der Bühne / Österreich-Premiere des ungarischen Stücks „Kochbuch zum Überleben“
Zwei Veranstaltungen zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 richtet das Volkstheater aus: Neben den Lebenserinnerungen von Gertrude Pressburger, die als „Frau Gertrude“ mit ihrem Plädoyer gegen Hass und Hetze Furore machte, und die am 6. November erstmals auf der Bühne zu sehen sind, erinnert das Budapester Golem Theater am 11. November in „Kochbuch zum Überleben“ an die Lebensrealität im österreichischen Lager Lichtenwörth 1944/45 – und lässt die Zuschauer/innen auch kulinarisch daran teilhaben.

Mit ihrer Warnung vor der Hass schürenden Sprache der Rechten wurde die 90-jährige Wienerin Gertrude Pressburger alias „Frau Gertrude“ im Präsidentschaftswahlkampf populär. Dann erzählte sie ihre ganze Geschichte – von der Flucht ihrer fünfköpfigen jüdischen Familie 1938 aus Wien nach Jugoslawien und Italien, von der Deportation 1944 nach Auschwitz und ihrem Überleben als einziges Familienmitglied. Ihre Erinnerungen sind ein eindrucksvolles Zeugnis von Mut, Beobachtungsgabe und Scharfsinn, ebenso wie eine Hommage an ihre ermordeten Eltern und Geschwister. Aufgezeichnet von der Journalistin Marlene Groihofer erschienen sie unter dem Titel „Gelebt, erlebt, überlebt“ 2018 im Zsolnay Verlag und wurden rasch zum Bestseller. 
Bei der erstmaligen szenischen Lesung präsentiert das Volkstheater-Ensemble Auszüge aus „Gelebt, erlebt, überlebt“ in einer gemeinsamen Veranstaltung zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 mit dem österreichischen Parlament. 
 
Tante Hédis Kochkünste beginnen südlich von Wien in Lichtenwörth, wo im Dezember 1944 ein Lager für 2.500 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen eingerichtet wurde. Inmitten von Hunger und Elend erfindet Hedvig Weisz das „Kochbuch zum Überleben“, das viele Jahre später in Ungarn ein Bestseller wurde: mit imaginären Rezepten, Zutaten und Serviervorschlägen. Drei Schauspielerinnen des Budapester Golem-Theater machen anhand von Erinnerungen die Geschichte dieses Kochbuchs erlebbar – und lassen das Publikum auch kulinarisch daran teilhaben.
Anschließend an die Vorstellung spricht Regisseur András Borgula mit Szilvia Czingel, Herausgeberin des Buches mit dem Originaltitel „Szakácskönyv a túlélésért – Lichtenwörth, 1944-45“ (Corvina Verlag 2013).
 
Szenische Lesung
Gelebt, erlebt, überlebt
Szenische Einrichtung Jonas Schneider
Musik Mischwerk (Maria Stippich, Helmut Stippich, Nikolai Tunkowitsch, Reinhard Uhl)
Licht Paul Grilj
Dramaturgie Roland Koberg
mit Gábor Biedermann, Peter Fasching, Nils Hohenhövel, Katharina Klar, Birgit Stöger, Marlene Groihofer (Kommentar)
Gemeinsame Veranstaltung zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 mit dem österreichischen Parlament unter dem Ehrenschutz des Präsidenten des Nationalrats Wolfgang Sobotka 
Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr, Volkstheater, Karten € 10
 
Österreich-Premiere
Kochbuch zum Überleben
Regie András Borgula 
Gastspiel des Golem-Theaters, Budapest
in ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938
Sonntag, 11. November, 11 Uhr, Rote Bar, Karten € 20 (inkl. Konsumation) 
 
Liebe Kolleg/innen,
 
unter diesem Link können Sie ab sofort die Szenenfotos zu "Werte Familie" von Jessica Glause und Ensemble (Regie Jessica Glause, Premiere am 24. Oktober, 20 Uhr im Volx/Margareten) herunterladen.
 
Mit den besten Grüßen aus dem Volkstheater
Lena Fuchs und Enna Zagorac
Saisonauftakt der Reihe „Volkstheatergespräche“ am Sonntag, 28. Oktober um 11 Uhr in der Roten Bar, Eintritt frei
Welche Kunst will das Volk? Darüber diskutiert Prosieben.Sat1.PULS4-Infochefin Corinna Milborn am Sonntag, den 28. Oktober um 11 Uhr in der Roten Bar des Volkstheaters mit dem Liedermacher und einem der wichtigsten Vertreter der „Neuen Volksmusik“ Hubert von Goisern, der Musikerin Eva Jantschitsch (im Volkstheater aktuell zu sehen in „Verteidigung der Demokratie“) und dem Schriftsteller Michael Köhlmeier. Wer ist das Volk? Wie sieht Kunst aus, die dem Volkswillen entspricht? Welchen Kriterien soll die Kunst genügen? 
 
In der Reihe „Volkstheatergespräche“ diskutiert Corinna Milborn seit Oktober 2016 in loser Regelmäßigkeit mit Gästen aus Wissenschaft, Aktivismus und Kunst über aktuelle Fragen zu Flucht und Rechtspopulismus, Sicherheit und Demokratie, Feminismus in Zeiten rassistischen Mainstreams und konservativen Backlashs, die Verteilung von Reichtum, politische Teilhabe und die Zukunft der Arbeit. Themen von tagespolitischer Brisanz, die abseits der Hektik und Oberflächlichkeit des tagespolitischen Geschäfts verhandelt werden. Politisch-zeitgeschichtliche Standortbestimmungen in turbulenten Zeiten.
 
Volkstheatergespräche
Hoch die Volkskultur! Welche Kunst will das Volk?
Sonntag, 28. Oktober, 11 Uhr, Rote Bar, freier Eintritt
mit Hubert von Goisern, Eva Jantschitsch, Michael Köhlmeier
Moderation Corinna Milborn
 
Liebe Kolleg/innen,
 
unter diesem Link können Sie ab sofort die Szenenfotos zu "Verteidigung der Demokratie" von Christine Eder (Regie Christine Eder, Premiere am 18. Oktober, 19.30 Uhr im Volkstheater) herunterladen.
 
Mit den besten Grüßen aus dem Volkstheater
Lena Fuchs und Enna Zagorac
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wegen Erkrankung im Ensemble wird die für Freitag, den 12. Oktober angesetzte Premiere der Uraufführung "Planet der Waffen - Zaun und Zeit" auf Sonntag, den 14. Oktober um 20 Uhr im Volx/Margareten verschoben. Bereits reservierte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Mit den besten Grüßen
Lena Fuchs und Enna Zagorac


Liebe Kolleg/innen,
 
unter diesem Link können Sie ab sofort die Szenenfotos zu "Planet der Waffen – Zaun und Zeit" von Johannes Schrettle (Regie Sarantos Georgios Zervoulakos, Premiere am 12. Oktober, 20 Uhr im Volx/Margareten) herunterladen.
 
Mit den besten Grüßen aus dem Volkstheater
Lena Fuchs und Enna Zagorac
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enna.zagorac@volkstheater.at
 
Volkstheater Ges.m.b.H.
Arthur-Schnitzler-Platz 1
A-1070 Wien


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Volkstheater Wien: Presseinformation Spielzeit 2018/19
      
In der vierten Spielzeit von Anna Badora verführt das Volkstheater sein Publikum wieder dazu, seinen Überzeugungen untreu zu werden – probeweise. 
Mehr denn je dient die Bühne als Ort für riskante Wahlmöglichkeiten, Utopien und Grenzüberschreitungen. Die aufreizenden Fragen nach Haltungen gehen von Klassikern aus – „Der Kaufmann von Venedig“, „Don Karlos“, „König Ottokars Glück und Ende“ – ebenso wie von neuen Stücken, Christine Eders Politshow „Verteidigung der Demokratie“ (AT) und Ibrahim Amirs Drama „Rojava“, „Die rote Zora und ihre Bande“, „Biedermann und die Brandstifter“ und „Endstation Sehnsucht“ komplettieren den debattenfreudigen Spielplan im großen Haus.
Mit Dušan David Pařízek inszeniert erstmals ein Tscheche in Österreich Grillparzers habsburgisches Königsdrama, als Regisseur von Max Frischs Parabel kehrt auch Victor Bodo ans Volkstheater zurück. Ihre Debüts am Haus geben die aufsehenerregende polnische Regisseurin Barbara Wysocka (zum ersten Mal in Österreich) sowie der Musiker und Regisseur Sandy Lopičić. Robert Gerloff und Pınar Karabulut erweitern am Volkstheater die Liste an ausgezeichneten jungen Kräften, die sich mit Studioproduktionen für kontinuierliche Zusammenarbeit empfehlen konnten. Zur Saisoneröffnung am 8. September inszeniert Anna Badora Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“. Insgesamt stehen in der Saison 2018/19 sieben Ur- und Erstaufführungen auf dem Spielplan, im Volx/Margareten bearbeitet Alexander Charim „Opernball“ von Josef Haslinger für die Bühne, in den Bezirken geht Simon Stephens’ Erfolgsstück „Heisenberg“ auf Tournee. Mit der Dramatisierung „Watschenmann“, den partizipativen Stückentwicklungen „Werte Familie“ und „Silver Surfer“ werden weitere Österreich-Bezüge gesetzt. Nestroy-Preisträger 2017 Felix Hafner inszeniert „Nach uns das All oder Das innere Team kennt keine Pause“, das neue Stück von Sybille Berg. In den Bezirken stehen außerdem „Der Weibsteufel“, „Die Leiden des jungen Werther“ und „Der Raub der Sabinerinnen“ auf dem Programm. Erfolgreich eingeführte Diskurs-Formate wie die „Volkstheatergespräche“ mit Corinna Milborn und die Matineereihe „Trojanow trifft.“ mit Ilija Trojanow und seinen Gästen bereichernauch in der neuen Spielzeit das Angebot.
„Ja, wir bieten noch mehr Informationen“, sagt die künstlerische Direktorin Anna Badora. „Aber eben nicht als rohen Datenfluss, der unsere Köpfe überschwemmt und orientierungslos macht. Wir setzen sie in den Kontext unserer Lebenswelten. So hoffen wir, unseren Besucher/innen daraus Bedeutung zu destillieren, im Dialog, in der Auseinandersetzung mit dem Widersprüchlichen, dem Anderen. Und ja, das gefährdet unser aller Überzeugungen. Seien Sie also gewarnt.“

Die Pressemappe zur heutigen Spielplanpräsentation finden Sie im Anhang sowie in der Dokumentenübersicht.
Das Spielzeitheft können Sie über diesen Link online durchblättern: https://issuu.com/volkstheaterwien/docs/2018-19_jahresvorschau_kern_issuu bzw. in der Dokumentenübersicht herunterladen.

Erste Phase der Volkstheatersanierung startet im Sommer 2018
Erste Schritte der seit 2011 ins Auge gefassten Generalsanierung des Volkstheater werden im Sommer 2018 in Angriff genommen. Auf Empfehlung des für das Gesamtprojekt engagierten Generalplaners werden jetzt größere Baulose in der 2. Sanierungsphase, im Sommer 2019, umgesetzt. Wie ursprünglich geplant kann die Sanierung damit im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen werden. Damit soll auch sichergestellt werden, dass die Gesamtkosten im Rahmen der vorgesehenen Budgetsumme von 27,3 Mio. Euro bleiben.
 
Durch dieses Vorgehen ist der reguläre Spielbetrieb 2018 gesichert und ein Ausweichquartier wie das Odeon muss damit nicht in Anspruch genommen werden. Damit kann u.a. auch die Musiktheaterproduktion „Lazarus“ auf der großen Bühne des Volkstheaters gezeigt werden. 
 
Das Sanierungsprojekt des Volkstheaters kann durch die Förderzusagen von der Stadt Wien, gesichert durch einen Beschlussantrag aller Parteien, und dem Bund von je 12 Mio. Euro ermöglicht werden. Die Finanzierung des Eigenanteils von rund 3,3 Mio. Euro wird das Volkstheater selber sicherstellen.