Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

unter diesem Link können Sie die Szenenfotos von ÖL! in der Regie von Sascha Hawemann (Premiere am 27.01. im Volkstheater) herunterladen.

Mit freundlichen Grüßen,
das Volkstheater-Presseteam
März 2023_Spielplan Volkstheater

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Anhang finden Sie die den gesamten Volkstheater-Spielplan für März 2023.

V°T//Dunkelkammer – Premiere

Am 18. März findet die Premiere der Uraufführung „Die Cousinen“ von Nava Ebrahimi, in der Regie von Laura N. Junghanns, in der Dunkelkammer statt.
Ebrahimi gewann 2021 mit ihrem Text „Der Cousin“ den Ingeborg-Bachmann-Preis. Darin führt eine Ich-Erzählerin ein Gespräch mit ihrem Cousin in einem New Yorker Theatersaal – er ist aus dem Iran emigriert, um ein erfolgreicher Tänzer zu werden, sie, um zu schreiben. In diesem theatralen Zwischenraum begegnen sich die beiden im Versuch persönliche Wunden, Migration und Familienverhältnisse aufzugreifen. Dabei stellen sich identitätspolitische Fragen wie: Wer darf sich welche Geschichte aneignen? Aus welcher Perspektive wird sie erzählt und für wen? Welche Rolle wird einem zugeschrieben? „Der Cousin“ bildet den Ausgangspunkt für die Stückentwicklung „Die Cousinen“. Gemeinsam mit dem Ensemble spinnt Ebrahimi diese Fragen weiter und treibt sie auf die Spitze.
Nach „Der Termin“ in der vergangenen Spielzeit zeigt Junghanns mit „Die Cousinen“ nun ihre zweite Regiearbeit für die Dunkelkammer.

V°T//Volx – Premiere

„Szenen einer Ehe“
frei nach dem gleichnamigen Film von Ingmar Bergman, in der Regie des schwedischen Künstlers, Regisseurs und Nestroy-Preisträgers Markus Öhrn, markiert die letzte Premiere im Volx in dieser Spielzeit. Zentrale Themen seiner Arbeiten sind toxische Geschlechterrollen, Strukturen der Unterdrückung, das plötzliche Kippen alltäglicher Situationen in Endlosschleifen der Eskalation. Nach „Häusliche Gewalt“ und „3 Episodes of Life“ ist „Szenen einer Ehe“ eine weitere Auseinandersetzung Öhrns mit diesem Themenkomplex. Bergman präsentiert in seinem Film eine endlose Geschichte von den Routinen häuslicher Zweisamkeit, die sich zu einer des reiferen Zusammenseins entwickelt. Inklusive Seitensprünge, Eifersucht und Streit. Es ist eine Auseinandersetzung mit einem bürgerlichen Verständnis von Liebe aus der Perspektive eines Vorzeigepaars der Mittelklasse. Premiere ist am 30. März im Volx.


V°T//Weißer Salon – Premiere


Fronte Vacuo, die international bekannte Performancegruppe rund um Marco Donnarumma, Margherita Pevere und Andrea Familari, ist in den Spielzeiten 22/23 und 23/24 Artist in Residence am Volkstheater. Mit „#2 ¦MPOSSIBILITY: The Kernel“ präsentieren die Künstler*innen nun den zweiten Teil ihrer insgesamt sechsteiligen Saga „Humane Methods [6XXX6] – Six Movements for Six Spaces“, welche sich über die gesamte Zeit ihrer Residency erstreckt. ¦MPOSSIBILITY: The Kernel“ ist ein Happening, bei dem der Nukleus der Humane Methods-Welt enthüllt wird. Dieser Motor, der aus Körpern, digitalen Bildwelten und Schaltkreisen besteht, wird von einem*r Aufseher*in und der KI <dmb> (bekannt aus der Performance „Humane Methods [∑xhale]“, welche in der Spielzeit 21/22 im Volx zu sehen war) am Laufen gehalten. Durch das Beiwohnen und Umgestalten der Performance geraten die Besucher*innen in einen Kreis aus Voyeurismus, Zwang und Gnadenlosigkeit. Diesmal mit dabei: Volkstheater-Ensemblemitglied Uwe Schmieder.
Premiere ist am 24. März im Weißen Salon. Weiters ist die Performance am 25. und 26. März zu sehen. Pro Termin gibt es mehrere Slots von je 60 Minuten.


V°T//zu Gast im Volkstheater

„Keine Angst – nur Tourette“, schickt Christian Hempel eilig voraus, wenn er sich unter Leuten bewegt. Seine Schimpftiraden und seine motorischen Ausbrüche sind nicht steuerbar. Mit Tourette auf der Bühne zu stehen scheint also unmöglich: Kein Text ist sicher, keine Bewegung wiederholbar. Die Bühnentechnik muss in Sicherheit gebracht werden, spezielle Hotelzimmer gebucht werden. Was nicht Tourette-kompatibel ist, wird geändert. Regisseurin Helgard Haug (Rimini Protokoll) stellt mit „Chinchilla Arschloch, waswas“ das Theater auf die Probe und stellt Fragen wie: Wieviel Absichtslosigkeit hält das Theater aus? Wieviel Schutz kann es bieten, ist die Bühne doch für das Gegenteil geschaffen: Präzision, Wiederholbarkeit und Kontrolle. Und nach dem Applaus wird vielleicht klar: Dieses Stück handelt nicht von Tourette. Es handelt vom Publikum, vom Theater und der Angst vor Kontrollverlust.
Die Wien-Premiere findet am 23. März statt. Weiterer Termin am 24. März.


V°T//Exklusiv

Der belgische Regisseur Luk Perceval inszeniert erstmals am Volkstheater und bringt mit „Rom“ ein Update der sogenannten Römischen Tragödien von William Shakespeare auf die Bühne und zeigt dessen Blick auf Historie und Mythen, vom Dolch in Caesars Rücken, Folterungen, Giftanschlägen, Suiziden bis zur gnadenlosen Verachtung durch das Volk. Die Inszenierung entsteht in einem zweiteiligen Prozess über zwei Spielzeiten hinweg. Im März und April 2023 kann das Publikum dem Probenprozess beiwohnen, erste Eindrücke gewinnen und sich aktiv in einem Onlineforum einbringen. Regelmäßig bietet das Team exklusive Einblicke in Form eines Livestreams – direkt aus den Proberäumen im Architekturzentrum Wien / Cafeteria im MQ. Mit diesem Format der Interaktion zur Theaterarbeit ermöglicht sich ein Blick hinter die Kulissen der besonderen Art, mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen und Feedback zu geben, somit am Entstehungsprozess intensiv teilzuhaben. In weiterer Folge kommt das Ergebnis in der Spielzeit 23/24 zur Uraufführung.
Der erste Livestream findet am 1. März statt. Weitere Infos folgen zeitnah.


V°T//Volkstheater – Wiederaufnahme

„Ach, Sisi – Neunundneunzig Szenen. Eine Staatsaktion, ein Nichts, ein Volkstheater“
von Rainald Grebe und Ensemble, Regie Rainald Grebe


V°T//Volkstheater – im Repertoire

„Apokalypse Miau – eine Weltuntergangskomödie“
von Kristof Magnusson, Regie Kay Voges
„Black Flame – A Noise Essay“ von Manuela Infante, Regie Manuela Infante
„Der Würgeengel – El Ángel Exterminador“, frei nach dem gleichnamigen Film von Luis Buñuel, Regie Sebastian Baumgarten, Bühne Tobias Rehberger
„Die Scham“ von Annie Ernaux, Regie Ed. Hauswirth, in der Dunkelkammer
„Einsame Menschen“, von Gerhart Hauptmann, Regie Jan Friedrich, Kay Voges und Ensemble
„Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, Regie Kay Voges, Live-Fotografie Marcel Urlaub
„Fugue Four : Response“ von Olivia Scheucher und Nick Romeo Reimann, Regie Olivia Scheucher, in der Dunkelkammer
„Heldenplätze“ von Calle Fuhr, Regie Calle Fuhr, in der Dunkelkammer
„humanistää! – eine abschaffung der sparten“ nach Ernst Jandl, Regie Claudia Bauer„Ich bin Alles – Als mir die Stadt gehörte“
nach einem SWR2-Podcast von Magda Woitzuck, Regie Charlotte Sprenger, im Volkstheater in den Bezirken
„In den Alpen // Après les Alpes“ von Elfriede Jelinek // Fiston Mwanza Mujila, Regie Claudia Bossard
„Öl!“ nach dem Roman von Upton Sinclair, Regie Sascha Hawemann
„Störfall Kassandra“ nach Christa Wolf, von Gitte Reppin, Regiemitarbeit Barbara Seidl, in der Dunkelkammer


V°T//Volkstheater – zum letzten Mal

„Der Theatermacher – eine Künstlerkomödie“
von Thomas Bernhard, Regie Kay Voges
„Barrier Reef (Die französische Revolution ist back) die Reiter der toten Korallen – Rache (Revenge)“ von Jonathan Meese
„Endspiel“ von Samuel Beckett, Deutsch von Elmar Tophoven, Regie Kay Voges


V°T//Volkstheater – zu Gast in Deutschland

3. März: „Einsame Menschen“
von Gerhart Hauptmann, Regie Jan Friedrich, Kay Voges und Ensemble – Gastspiel in Friedrichshafen


V°T//Rote Bar

3. März: „Lesen & Tschechern #13“
, Text, Musik, Alkohol spät ausgeschenkt. Mit Amir Gudarzi und DJ (Laura N. Junghanns)
13. März: „Du, Herbert“, Lesung mit Lydia Haider, Judith Goetz und Marina Weitgasser
14. März: „Gegenwartskunde #11“, Analysen zur Nachrichtenlage mit Natascha Strobl
20. März: „Tango Argentino“ – der Milonga-Montag
21. März: „Three Ecologies – Philosophy goes Public”, Ringvorlesung in Kooperation mit dem Philosophischen Institut der Universität Wien
22. März „True Story Nights #6“, erzählt vom Vienna Storytelling Collective


V°T//music

10. März: „Anti Disco“
mit DJ Lars Eidinger
17. März: „Peter Cat’s Wide World of Sound #8 – A Dog is a Machine for Loving, Part 2”, Konzert und Lesung mit Paul Wallfisch und Stephane Ginsburgh


V°T//Sonstiges

1. März: „Backstage-Führung”
, eine Tour durch das Theater


Den detaillierten März-Spielplan für alle Spielstätten finden Sie im Anhang.
Der allgemeine Kartenverkauf für das März-Programm beginnt am 6. Februar.

Mit den besten Grüßen aus dem Volkstheater,
Patrizia Büchele und Sophie Riedl-Backhausen

ÖL!, Regie Sascha Hawemann - Presseinformation Volkstheater 202223
Nach „Black Flame“ die neue Produktion im Rahmen des Themen-Schwerpunkts zum Ölzeitalter

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Jene böse Macht, die über die Erde zieht, Männer und Frauen zu Krüppeln macht und ganze Nationen in den Abgrund lockt durch Traumbilder unverdienten Reichtums.“ (ÖL!)

Seit über einem Jahrhundert steht Erdöl im Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Die zähe Flüssigkeit, entstanden aus über Jahrmillionen zusammengepresstem Plankton-Sediment-Gemisch, wird seit ihrer Entdeckung unermüdlich dem Planeten abgepresst. Kein Wunder: Erdöl hat eine große Energiedichte, treibt die Industrie an, die Weltwirtschaft – und damit auch die Politik. Öl lässt sich zu Medikamenten verarbeiten, zu Düngern, zu Plastik. Für die Förderung von Öl werden Menschen, Landschaften und das Klima ruiniert. Öl lässt uns die Freiheit der Geschwindigkeit erleben. Um Öl werden Kriege geführt. Öl ist der Schmierstoff der Moderne – ein Stoff voller Geschichte und voller Geschichten.

Das Volkstheater widmet sich in dieser Spielzeit in mehreren Produktionen der Rolle von Öl als Treibstoff einer auf ständiges Wachstum ausgerichteten Weltwirtschaftsordnung. Wo wären wir also ohne Erdöl – diese Substanz, die wie keine andere die Wirklichkeiten dieses Planeten durchdringt und beeinflusst?

Nach „Black Flame“ (Regie Manuela Infante) zeigt das Volkstheater ab 27. Jänner eine weitere Produktion im Rahmen des Themenschwerpunkts zum Ölzeitalter:
Sascha Hawemann widmet sich in „Öl!“ der weltumspannenden und verflochtenen Geschichte ebenjenes Rohstoffes.
Der Westen der USA am Anfang des 20. Jahrhunderts: Bohrtürme sprießen aus dem Boden, die Grundstückpreise explodieren. Firmen werden gegründet und Arbeiter angeheuert, die unter Einsatz ihres Lebens die sprudelnde, klebrig-schwarze Ölflut Südkaliforniens unter Kontrolle bekommen sollen.

Nach „Erniedrigte und Beleidigte“ in der Spielzeit 21/22 kehrt Sascha Hawemann abermals mit einer bildgewaltigen Ensemble-Inszenierung ans Volkstheater zurück. Seine Inszenierung „Öl“ erzählt von Triumph und Tragödien der Petromoderne. Von Südkalifornien aus weitet sich der Blick in Schlaglichtern auf Saudi-Arabien, Österreich, Aserbaidschan, Norwegen, Jugoslawien, Hollywood, auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und der Gegenwart, auf ein Jahrhundert voller Geschichten aus Rausch und Raubtierkapitalismus, Glücksgefühlen und Gier, Verzauberung und Versuchung. „Heute Nacht im Traum, Bunny, da war ich Prometheus.“


Begleitend zu den beiden Produktionen dieses Winters zum Thema Öl veranstaltet das Volkstheater mit „Tiefenbohrung“ vom 24. bis 26. Februar ein Schwerpunktwochenende über das Zeitalter der Petromoderne. Gemeinsam mit Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft, Justiz und Journalismus wird nach post-fossilen Narrativen gesucht, nach Möglichkeiten, sich aus den Abhängigkeiten von Öl & Co. zu lösen und zu zeigen, wie die fossile Lobby versucht, ihren Untergang zu verhindern. (Das detaillierte Programm wird zeitnah kommuniziert.)

 

ÖL!
Textfassung von Sascha Hawemann und Anne-Kathrin Schulz
Regie Sascha Hawemann

Mit Andreas Beck, Elias Eilinghoff, Frank Genser, Irem Gökçen, Lavinia Nowak, Uwe Schmieder, Samouil Stoyanov, Friederike Tiefenbacher
Live-Musik XELL.
Live-Kamera Georg Vogler

Premiere: 27. Jänner 2023, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen im Repertoire des Volkstheaters

Mit freundlicher Unterstützung der Wiener Städtischen Versicherung AG.

 

Szenenfotos zur Produktion werden rechtzeitig versendet.

Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und Ihren Besuch im Volkstheater!

Mit freundlichen Grüßen,
Patrizia Büchele und Sophie Riedl-Backhausen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

unter diesem Link können Sie die Szenenfotos von 52 JOKERS von Little Annie, Beth B, Jim Coleman, Evilyn Frantic und Paul Wallfisch  (Premiere am 20.01. im Volx) herunterladen.

Mit freundlichen Grüßen,
das Volkstheater-Presseteam
Premiere am 20. Jänner im V°T//Volx. Achtung: nur vier Vorstellungen!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„We are defined by our pain.“

Um 45 Jahre auf der Avantgarde-Klippe des Lebens zu balancieren, braucht es einen wachen Geist und keine Angst vor Abgründen. Das galt für Annie Bandez (Little Annie) schon als 16-Jährige in New York, wo sie nicht nur Frank Zappa mit ihrer atonalen Punkband Annie and the Asexuals begeisterte, bevor sie sich in England der anarchischen Szene um Crass anschloss und dann mit dem On-U-Produzenten Adrian Sherwood als Annie Anxiety mehrere Alben aufnahm. Später lebte sie als Malerin wieder in New York City und brachte als Little Annie u. a. mit Antony & the Johnsons das Chanson zu neuer Größe. Aus diesem gleichermaßen von Liebe, Schmerz und Kunst geprägten, unkonventionellen Leben wird nun eine kollaborative Multimedia-Theater-Performance von und mit Little Annie, der stilprägenden No-Wave-Filmregisseurin Beth B, der Sideshow- und Florentina Holzinger-Performerin Evilyn Frantic, der Multi-Instrumentalistin Pamelia Stickney sowie Paul Wallfisch, Musikalischer Leiter am Volkstheater, der seit 20 Jahren musikalisch mit Little Annie kollaboriert und bereits vier Alben mit ihr gemeinsam aufgenommen hat.

In „52 Jokers“ begegnet das Publikum Annie und Evilyn auf dem Weg der Neuerfindung, letztere sowohl als Annies Alter Ego wie auch als Evilyn selbst. Alte, jung gebliebene Seelen, die sich über ihre Erfahrungen von Begehren, Schmerz und Enttäuschung austauschen und Geschichten von Ekstase und Hoffnung, Betrug und Reue erzählen. Drei Akte, ein Epilog und Karten aus einem Spiel mit 52 Jokern.

52 JOKERS
Uraufführung
von Little Annie, Beth B, Jim Coleman, Evilyn Frantic und Paul Wallfisch
in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Regie und Filmproduktion: Beth B
Performance und Gesang: Little Annie, Evilyn Frantic
Live-Musik: Pamelia Stickney, Paul Wallfisch
Musik: Jim Coleman, Paul Wallfisch
Bühne: Beth B
Kostüm: Ensemble

Premiere: 20. Jänner 2023, 20:00 Uhr im V°T//Volx
Nur drei weitere Vorstellungen: 22., 25. und 26. Jänner 2023

Unter diesem Link finden Sie den Trailer zu 52 JOKERS.
Szenenfotos folgen in Kürze.

 

Wir freuen uns, über Ihre Berichterstattung, und Sie im V°T//Volx begrüßen zu dürfen!

Mit freundlichen Grüßen,
Patrizia Büchele und Sophie Riedl-Backhausen

Die Scham
Die "gepinselten" Dunkelkammerunikate sind ab 26. Jänner in der Galerie Lukas Feichtner zu sehen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Zum Glück hat bisher nie jemand während der Vorstellung ein Handyfoto mit Blitz gemacht.“

Die Fotografin und Künstlerin Franzi Kreis steht derzeit in „Die Scham“ von Annie Ernaux auf der Bühne der Dunkelkammer im Volkstheater. Der Grazer Regisseur Ed. Hauswirth inszeniert Ernauxs schonungslose literarische Vorlage ihrer schambehafteten Kindheit und schafft mit der Schauspielerin Friederike Tiefenbacher sowie Franzi Kreis‘ Live-Fotolabor einen Abend über die Kraft der Erinnerung, die Macht der Blicke und die Bilder unseres Lebens.

Ab 26. Jänner, 18:00 Uhr präsentiert die Galerie Lukas Feichtner Franzi Kreis‘ live auf der Bühne entstandenen Fotounikate unter dem Titel „Dunkelkammer“.

Alle Bilder der Ausstellung sind während der Vorstellungen von „Die Scham“ auf der Bühne in der Dunkelkammer des Volkstheaters entstanden – eine Art Installation, die bei jeder Vorstellung neu kreiert wird, nie wiederholbar ist und am Ende vor den Augen des Publikums verschwindet. Die Fotografien von Franzi Kreis zeigen die 10-jährige Alva Kerlin. Gemeinsam begaben sich Fotografin und Modell auf eine fiktive fotografische Reise in Annie Ernaux‘ Frankreich der 1950er Jahre. Während der Vorstellung werden die Fotografien dann von Kreis entwickelt und bearbeitet. In den Bildern suchte ich gegenläufige Zeitkonzepte: den großen Bogen in die ferne Vergangenheit und der Versuch, das klassische Schema von Bildern der 1950er Jahre aufzubrechen. Der Zeitabstand von 3 Monaten: ein Sommer liegt zwischen Alvas Portraits. Sommer bedeutet Freiheit. Und schließlich: die Herausforderung von 75 Minuten auf der Bühne, die jedes Mal verfliegen.“ erinnert sich Franzi Kreis.

Lampenfieber spielt in der Entstehung der Bilder eine ebenso große Rolle wie Dunkelheit. Mit einem historischen Vergrößerungsgerät projiziert Kreis während den Vorstellungen Mittelformat-Negative von Alva Kerlin auf großformatiges Fotopapier und trägt den Entwickler mit einem Pinsel auf. Die aus mehreren Teilen bestehenden Fotografien setzt Franzi Kreis für die Ausstellung teilweise neu zusammen: „Abdrücke der Magnete bleiben als Spuren und erinnern mich ans vergangene Bühnen-Adrenalin. Im Kern sind es nur 10 Negative, die sich als Erinnerungsspirale entfalten. Während ich würfle und verfremde, fällt es mir leicht, meinen persönlichen Magic Moment zu benennen. Am Ende jeder Vorstellung wird das Licht eingeschaltet und ein Großteil der entstandenen Bilder versinkt in Schwärze. Diese Ausstellung sind die Geretteten.“

www.franzikreis.com
www.feichtnergallery.com

 

DIE SCHAM
von Annie Ernaux
Deutsch von Sonja Finck und für die Bühne bearbeitet von Matthias Seier
Regie: Ed. Hauswirth

Mit: Friederike Tiefenbacher
Live-Foto Installation: Franzi Kreis

Die nächsten Vorstellungen:
19., 29. und 31. Jänner / 8. und 12. Februar in der Dunkelkammer des Volkstheaters
Weitere Termine in Planung

Mit freundlichen Grüßen aus dem Volkstheater,
Patrizia Büchele und Sophie Riedl-Backhausen

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