Meldung vom 22.04.2026
Das Volkstheater Wien, die Wiener Festwochen und das Örkény Theater kooperieren im europäischen Nachhaltigkeitsprojekt „Different Structures, Shared Responsibility“.
Das Projekt „Different Structures, Shared Responsibility“ vereint drei Mitgliedsinstitutionen der European Theatre Convention (ETC) – das Volkstheater Wien (Österreich), die Wiener Festwochen (Österreich) und das Örkény Theater (Ungarn) – mit dem Ziel, den Wissensaustausch und die praktische Zusammenarbeit im Bereich Nachhaltigkeit über verschiedene institutionelle Modelle im darstellenden Kunstsektor hinweg zu stärken.
Im Oktober 2026 wird in diesem Rahmen ein eintägiges internationales Event – initiiert von der ReStageGroup – in Wien stattfinden. Im Fokus stehen drei Prioritätsbereiche, die als entscheidend für einen nachhaltigen Wandel im Theater gelten: Kreislaufwirtschaft und Zero-Waste-Praktiken, umweltverträgliche Mobilität und Nachhaltigkeitskommunikation.
Cay Stefan Urbanek, Intendant des Volkstheaters Wien: „Das Volkstheater vollzieht aktuell einen strategischen Wandel hin zu den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Theaterproduktion. Den Anfang machen zwei Zero-Waste Pilot-Produktionen in der Spielzeit 2026/27 im Rahmen unserer Teilnahme an Greenstage, einem Projekt von Creative Europe. Wir integrieren systematisch ESG-Kriterien in unsere zentralen operativen Abläufe – von Beschaffungsprozessen bis hin zu Produktionsabläufen – und positionieren Nachhaltigkeit damit nicht als isolierte Initiative, sondern als Rahmen für Risikominimierung, Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und langfristige institutionelle Resilienz. Wir freuen uns darauf, unsere Erkenntnisse zu teilen und von den Erfolgen der anderen Teilnehmenden zu lernen.“
Artemis Vakianis, Intendantin der Wiener Festspiele: „Nachhaltigkeit ist ein Anliegen der gesamten Branche, weshalb ich mich sehr über diesen wertvollen internationalen Austausch freue. In Punkt vier der Wiener Erklärung haben sich die Wiener Festwochen zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Partnern aus aller Welt ein nachhaltiges Modell für Produktion, Präsentation und Tournee zu entwickeln. Dieser Austausch wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein.“
Máté Gáspár, Intendant des Örkény Theaters: „Eines der strategischen Ziele des neuen Führungsprogramms des Örkény Theaters ist die Implementierung nachhaltiger Theaterpraktiken. Im Einklang mit diesem Ziel wurde als erster Schritt in dieser Spielzeit eine ESG-Bewertung unter Einbeziehung eines externen Experten durchgeführt. Die Analyse bewertete Nachhaltigkeitsthemen anhand ihrer finanziellen Auswirkungen auf den Betrieb und ihrer externen Umweltauswirkungen. Der durch die Förderung ermöglichte internationale Erfahrungsaustausch wird voraussichtlich maßgeblich zur Entwicklung eines Aktionsplans beitragen, der darauf abzielt, die ermittelten Best Practices zu stärken und Risiken zu minimieren.“
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die gemeinsame Entwicklung eines Fahrplans, welcher Theaterinstitutionen bei der Umsetzung nachhaltiger Praktiken in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld unterstützen soll. Die Zusammenarbeit ist als Pilotprojekt konzipiert und legt den Grundstein für einen kontinuierlichen grenzüberschreitenden Austausch und Kapazitätsaufbau im Rahmen des ETC-Programms „Förderung der Zusammenarbeit: Nachhaltiges Theater“.
Partnerorganisationen
Die ReStageGroup (Budapest, Ungarn) engagiert sich für die Transformation des darstellenden Kunstsektors hin zu nachhaltigeren, innovativeren und verantwortungsvolleren Arbeitsweisen. Die Organisation stärkt die Rolle von Kulturschaffenden als zentrale Akteur:innen des Wandels und stellt Methoden und Instrumente bereit, um ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Praktiken im gesamten Sektor zu ermöglichen.
Das Volkstheater (Wien, Österreich) ist eine der größten Bühnen im deutschsprachigen Raum mit einem starken Engagement für künstlerische Vielfalt, gesellschaftlichen Einsatz und öffentliche Zugänglichkeit. Aufbauend auf seinen historischen Wurzeln als Bürger:innentheater dient es als Plattform für kritische Reflexion, gemeinsames Erleben und kulturelle Teilhabe. Die Institution fördert Inklusion, wendet sich gegen Diskriminierung und unterstützt innovative künstlerische Praktiken, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen.
Die Wiener Festwochen (Wien, Österreich) sind ein führendes europäisches Festival für Theater, Musik, Oper und Performance. Das Festival vergibt Aufträge für internationale Werke und koproduziert diese, um sich mit dem globalen kulturellen und gesellschaftspolitischen Diskurs auseinanderzusetzen. Seit 2024 hat es unter der künstlerischen Leitung von Milo Rau einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen, der die Bürger:innenbeteiligung in den Vordergrund rückt und die Beziehung zwischen Kulturinstitutionen und Publikum neu definiert.
Das 2004 gegründete Örkény Theater (Budapest, Ungarn) hat sich zu einem der führenden öffentlichen Theater Budapests entwickelt. Es verbindet ein vielfältiges Repertoire mit einer starken Ensembletradition und fördert aktiv das Experimentieren mit zeitgenössischen Kunstformen. Die Institution verpflichtet sich zu hohen professionellen Standards und thematisiert in ihren Produktionen und Publikumsbeteiligungsprogrammen gesellschaftlich relevante Themen. Ihre Aktivitäten tragen zur Gestaltung eines inklusiven, offenen und nachhaltigen Kulturumfelds bei.
KONTAKTE
Patrizia Büchele, Kommunikation Volkstheater Wien
M: +43 664 619 32 05
E: patrizia.buechele@volkstheater.at
Judith Staudinger, Kommunikation Wiener Festwochen
M: +43 664 22 589 38
E: j.staudinger@festwochen.at
Brigitta Dányi, Kommunikation Örkény Theater
M: +36 30 339 5919
W: www.orkenyszinhaz.hu
Gabor Egri, ReStageGroup
M: +36 30 924 5425
E: gabor@restagegroup.com