Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Nah, wie geht’s? Oder: Wie nah geht’s?
Dies möchte das Volkstheater in seiner zweiten Spielzeit unter der Künstlerischen Direktion von Jan Philipp Gloger herausfinden. Denn Theater ist eine „Kunst der Nähe, die den Ab- und Ausgrenzungen, den gesellschaftlichen Zerreißproben unserer Zeit etwas entgegenzusetzen hat. Und Theater schafft Erlebnisse, die Auseinandersetzung provoziert und Gemeinschaft bildet,“ so Jan Philipp Gloger. In diesem Sinne bleibt das Volkstheater auch in der Spielzeit 2026/27 politisch, humorvoll und wagemutig.
Die Spielzeit 2026/27 startet am 10. September mit der Premiere des Shakespeare-Klassikers „Macbeth“ in der Regie von Volkstheater-Hausregisseurin Rieke Süßkow. Jan Philipp Gloger verbindet gleich vier Texte von Elfriede Jelinek zu einem Theaterabend: „Die Ankunft“ feiert am 26. September Premiere. Das Volkstheater Bezirke tourt ab 18. September mit „Woyzeck“ von Georg Büchner in der Regie von Mechthild Harnischmacher durch ganz Wien und in der Dunkelkammer gibt es mit „Die kleine Hexe“ nach dem Roman von Otfried Preußler ein Familienstück für alle ab 6 Jahren, Regie macht Danielle Fend-Strahm, Premiere ist am 27. September in der Dunkelkammer.
Im Anhang finden Sie den gesamten Volkstheater-Spielplan für September 2026.
Tickets für das gesamte September-Programm sind seit heute, 8. Juni, erhältlich!
Das September-Programm im Überblick
VOLKSTHEATER-PREMIEREN
MACBETH
nach William Shakespeare
Regie: Rieke Süßkow
mit: Alexandra Ćorović, Nicolas Frederick Djuren, Thomas Halle, Katharina Kummer, Christian Pfütze, Karoline Reinke, Georg Schuster, Carolin Wege
Premiere: 10. September 2026, 19:30 Uhr
danach im Repertoire des Volkstheaters
Die Welt wird erschüttert von Machtkämpfen, Loyalitätskonflikten, Krieg. Nach blutig geschlagener Schlacht verheißen drei Hexen dem siegreichen Macbeth eine große Zukunft: Er könne bald einen bedeutenderen Titel erlangen, sogar die Stufen zum schottischen Thron erklimmen. Ihr magisches Erscheinen löst ein tödliches Spiel zwischen Determination und freiem Willen aus. Hausregisseurin Rieke Süßkow nutzt Elemente von Figuren- und Objekttheater, um Shakespeares düsteres Werk von der Brüchigkeit zivilisatorischer Fassaden und der psychischen Deformation durch Macht mit Bildwelten und Ästhetiken des Online-Gamings zu verbinden.
DIE ANKUNFT
(WOLKEN.HEIM / RECHNITZ – DER WÜRGEENGEL / DAS SCHWEIGENDE MÄDCHEN / DAS LEBEWOHL – NEIN: DIE ANKUNFT)
von Elfriede Jelinek
Regie: Jan Philipp Gloger
mit: Andrej Agranovski, Tjark Bernau, Elias Maria Burckhardt, Katharina Kurschat, Maximilian Pulst, Sissi Reich, Anna Rieser
Premiere: 26. September 2026, 19:00 Uhr
danach im Repertoire des Volkstheaters
Jan Philipp Gloger montiert vier Theatertexte von Elfriede Jelinek aus fast vier Jahrzehnten, geschrieben zwischen 1988 und 2025, zu einem großen und spektakulären Denkgebäude aus Verdrängung, Gewalt und Wiederkehr. „Rechnitz (Der Würgeengel)“ ist Jelineks zentrales Werk über Nazi-Verbrechen und deren Erbe, in „Das schweigende Mädchen“ setzt sie sich mit der rechtsextremen Terrorzelle NSU auseinander. Und in „Das Lebenwohl – Nein: Die Ankunft“ wir die siegesgewiss-tölpelhafte Rhetorik heutiger rechter Einpeitscher zum atemlosen Hymnus aus Machtergreifungsfantasien. „Die Ankunft“ ist ein Theatermarathon zur rechten Zeit – hier, im Land der Berge, Land am Strome. Und jetzt, da in Europa auch die letzten Brandmauern zu bröckeln beginnen.
Die Produktion basiert in Teilen auf einer Produktion des Staatstheaters Nürnberg.
VOLKSTHEATER BEZIRKE-PREMIERE
WOYZECK
von Georg Büchner
Regie: Mechthild Harnischmacher
mit: Samouil Stoyanov, Katharina Ernst/Aurora Hackl Timón
Premiere: 18. September 2026, 19:30 Uhr im VZ Brigittenau
danach auf Tour durch die Bezirke
Wie wird ein Mensch zum Mörder? Georg Büchner schuf kurz vor seinem frühen Tod 1837 mit „Woyzeck“ einen Meilenstein des sozialen Dramas. Basierend auf Prozessakten erzählt das Stück die Geschichte des Geringverdieners Franz Woyzeck und verfolgt den Prozess seiner psychischen Zerrüttung. Regisseurin Mechthild Harnischmacher inszeniert das Stück als Monolog eines Vereinsamten mit Volkstheater-Ensemblemitglied Samouil Stoyanov und Musik der Ausnahmeschlagzeugerin Katharina Ernst. Die Inszenierung durchdringt die folgenschwere Verbindung von sozialem Abstieg und männlicher Einsamkeit. Nach „Like Lovers Do“ (2025, Wiederaufnahme 2026/27) setzt Harnischmacher sich damit ein weiteres Mal mit gesellschaftlichen Strukturen auseinander, die Gewalt an Frauen begünstigt.
„Woyzeck“ ist eine Produktion im Rahmen des EU-Nachhaltigkeitsprojekts Greenstage.
DUNKELKAMMER-PREMIERE
DIE KLEINE HEXE
Familienstück für alle ab 6
nach dem Roman von Otfried Preißler
Regie: Danielle Fend-Strahm
mit: Gloria Berhäuser, Thomas Esser, Stefan Suske, Emilie Willner
Premiere: 27. September 2026, 16:00 Uhr in der Dunkelkammer
danach auf Tour durch die Bezirke sowie im Repertoire der Dunkelkammer
Es scheint wie verhext: Die Walpurgisnacht steht an, der alljährliche Tanz der Hexen – nur die kleine Hexe darf nicht mitfeiern, mit 127 Jahren sei sie eben noch zu jung. Als sie sich trotzdem hinschleicht, wird sie promt von der Oberhexe erwischt: Wenn sie tatsächlich schon alt genug sei, müsse sie beweisen, dass sie eine gute Hexe ist. Nur was genau dieses „gut“ bedeutet, muss sie zwischen Buttermilchregen, Ochsenrettung, Revierförsterreiten und weiteren turbulenten Abenteuern selbst herausfinden. Nichts leichter als das, oder?
VOLKSTHEATER-WIEDERAUFNAHME
THE BOYS ARE KISSING
Deutschsprachige Erstaufführung
von Zak Zarafshan
Regie: Martina Gredler
Wiederaufnahme-Premiere: 12. September 2026, 19:30 Uhr
an ausgewählten Terminen mit englischen Übertiteln
Den detaillierten September-Spielplan für alle Spielstätten finden Sie im Anhang.