Meldung vom 10.06.2026
veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek im Rahmen von RESISTANCE NOW! der Wiener Festwochen│Freie Republik Wien
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Krise der Demokratie – Widerstand der Kunst?
Mit dieser Fragestellung findet am
11. und 12. Juni das Symposium
WISSENSCHAFT – KUNST – DEMOKRATIE, veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek, im Schreyvogelsaal in der Wiener Hofburg statt.
Elfriede Jelinek dekonstruiert in ihren Texten globale Mechanismen propagandistischer Massenmobilisierung und die Bereitschaft, sich von Bildern und Parolen verführen zu lassen. Sie warnt vor der Zerstörung demokratischer Strukturen und der Zuspitzung gefährlicher ökonomischer und medialer Dynamiken.
Vor diesem Hintergrund fragen die Vorträge und Gespräche von Teilnehmenden aus Wissenschaft, Kunst und Kulturpolitik danach, wie sich Kunst und Kunstinstitutionen angesichts der bedrohten demokratischen Souveränität und des Erstarkens autoritärer Kräfte positionieren sollen: (wie) kann Kunst neue Formen demokratischer Imagination ermöglichen, ohne ihrerseits autoritäre und totalitäre Engführungen zu reproduzieren?
Am 12. Juni ist Volkstheater-Direktor Jan Philipp Gloger zu Gast und spricht gemeinsam mit Ekaterina Degot, Stefan Herheim und Gerfried Stocker zum Thema „Institution & Verantwortung: Programmpolitik, Kunst und Öffentlichkeit“, moderiert von Rosemarie Brucher.
Gemeinsam gehen sie u. a. folgenden Fragen nach:
Wie produziert man widerständige künstlerische Formate? Wie „kuratiert“ man politisch? Und wie können Kunstinstitutionen ihre Öffentlichkeit nutzen, um antidemokratische Tendenzen zu thematisieren?
DIE ANKUNFT von Elfriede Jelinek, Premiere am 26. September 2026
Jan Philipp Gloger ist als Regisseur u. a. für seine Jelinek-Inszenierungen bekannt. Passend zum Symposium findet am 26. September 2026 die Premiere seiner Inszenierung „Die Ankunft (Wolken.Heim / Rechnitz – Der Würgeengel / Das schweigende Mädchen / Das Lebewohl – Nein: Die Ankunft)“ am Volkstheater statt. Dabei verbindet er vier Texte, die Elfriede Jelinek zwischen 1988 und 2025 geschrieben hat und kombiniert diese zu einem Theaterabend. In einer Zeitreise von toxischen Ursprungsmythen völkischen Denkens über die Naziverbrechen in Rechnitz (im Burgendland), den Terror des NSU in Deutschland bis zum Rechtsruck hierzulande (und darüber hinaus) und setzt damit ein klares künstlerisches, politisches Statement.
Das Symposiums-Programm im Überblick
11. Juni 2026, ab 17:00 Uhr
Gespräch: Ästhetiken des Widerstands
mit: Christina von Braun, Monika Mokre, Milo Rau, Moderation: Christoph Reinprecht
Performance und Diskussion: Die Kunst (in) der Verantwortung: Künstlerische Praktiken in autoritären Zeiten
mit: Martina Grohmann, Thomas Köck, Julia Purgina, Moderation: Monika Voithofer
12. Juni 2026, ab 16:00 Uhr
Keynote: Drachen und Teufel – von verschiedenen Formen des Aufbegehrens
Julya Rabinowich
Gespräch: Institution & Verantwortung: Programmpolitik, Kunst und Öffentlichkeit
mit: Ekaterina Degot, Jan Philipp Gloger, Stefan Herheim, Gerfried Stocker, Moderation: Rosemarie Brucher
Artist Talk: Who owns the myth? Art and democratic participation
Mattias Andersson & Volkstheater-Ensemblemitglied Karoline Reinke im Gespräch mit Thomas Kasebacher
Jeweils bei freiem Eintritt im Schreyvogelsaal der Universität Wien in der Hofburg, Eingang Batthyanystiege unter der Michaelerkuppel
Die Veranstaltung findet im Rahmen von
RESISTANCE NOW! statt, organisiert von den Wiener Festwochen | Freie Republik Wien.
Wir freuen uns über Ihren Besuch beim Symposium und darüber hinaus im Volkstheater!
Mit freundlichen Grüßen
Patrizia Büchele